Zuordnungen: BAP1, BAP3, BEI 
Zusätzlich BL Sachunterricht PG 2013 - 210121 Seminar Einführung Philosophie - Modul BM 02 LER
Zeit: Do 12-14, Haus 1.9.2.16.

Das wichtigste Instrument des Philosophen ist das Argument: Eine philosophische Position kann man nur überzeugend vertreten, wenn man die Technik des Argumentierens beherrscht. Das gilt auch für ethische Positionen. Im Seminar werden die wichtigsten Techniken des ethischen Argumentierens anhand von ausgewählten Beispieltexten einstudiert, in denen jeweils eine wichtige Argumentform der Angewandten Ethik (z.B. Dammbruch-Argument, Doppelwirkungsargument) in besonders deutlicher Form verwandt wird. Gleichzeitig soll ein Überblick über die wichtigsten Probleme der Angewandten Ethik gegeben werden Das Ziel des Seminars ist die Befähigung zur Abfassung einer Hausarbeit mit Essay-Form: Das Seminar soll insgesamt in die Lage versetzen, eine eigenständige ethische Position in einer Modularbeit zu entwickeln und zu verteidigen. Der Besuch des vorangegangenen Seminars im WS zu klassischen Argumentformen der Ethik ist hilfreich, aber keine Voraussetzung, weil es zu Beginn des Seminars eine kurze Wiederholung geben wird, um alle Teilnehmer etwa auf den gleichen Stand zu bringen.
Beide Seminare zusammen sind eine gute Vorbereitung für weiterführende Seminare zu aktuellen Themen der angewandten Ethik unserer Zeit (Sterbehilfe etc.) in der zweiten Phase des Bachelor-Studiums und des Master-Studiums. Obgleich die beiden Seminare im WS 16/17 und im SS 17 aufeinander aufbauen, können sie auch getrennt besucht werden. Das Resultat beider Seminare ist ein Analysebogen, auf dem die wichtigsten Techniken und Regeln des ethisch-philosophischen Argumentierens durch schulgerechte Beispiele veranschaulicht zusammengefasst sind. 

Literatur: Die Arbeitsbögen zu jeder Sitzung werden in der vorausgehenden Sitzung verteilt. Vgl. ergänzende Texte in moodle (morosowuni-potsdam.de). 
Leistungsnachweis: Regelmäßige aktive Mitarbeit; regelmäßige Vorbereitung des Arbeitsbogens; außerdem zu jeweils zwei Sitzungen einen schriftliche Skizze zur Umsetzung im LER-Unterricht (ca 1 Seite).

Phil: 2006: PB5, PB8, PB10; Phil. 2010: BEa2 BEa3,VEa1, VEa2. 2015 BE (Seminar), VEII (Vertiefungsmodul Ethik Seminar 1 oder Seminar 2)

Wenn Menschen ins Wachkoma fallen, so dass sie vermutlich nie wieder aufzuwachen werden - darf man die lebenserhaltenden Maschinen dann abschalten? Wenn Säuglinge so früh geboren werden, dass sie schwerste Behinderungen davontragen – muss man sie dann künstlich ernähren und beatmen? Wenn ein alter Mensch verfügt hat, dass er nicht mehr operiert werden will, ist ein Arzt dann trotzdem verpflichtet, alles in seiner Macht Stehende zu tun, damit der alte Mensch weiterlebt? Das Seminar will sich mit den philosophisch-moralisch-ethischen, den theologischen, den juristischen und den klinischen Aspekten des Sterbehilfe-Dilemmas befassen. Nach einer kurzen philosophiehistorischen Einführung werden zentrale Texte Positionen der Gegenwartsdebatte ausgehend von konkreten Fallschilderungen diskutiert. 
Leistungsanforderung: Erwartet werden die aktive Gestaltung einer Sitzung in einer Kleingruppe sowie regelmäßige Textlektüre einschl. der Formulierung von (mindestens) zwei Diskussionsfragen zum Haupt-Text jeder Sitzung.
Literatur: Einzelne Passagen aus Das medizinisch assistierte Sterben. Zur Sterbehilfe aus medizinischer, ethischer, juristischer und theologischer Sicht. Sammelband hrsg. v. A. Holderegger. Freiburg/ Wien 1999; Um Leben und Tod. Moralische Probleme bei Abtreibung, künstlicher Befruchtung, Euthanasie und Selbstmord. Sammelband hrsg. v. A. Leist. Frankfurt 1990 Ethik in der Medizin. Ein Reader. Hrsg. v. U. Wiesing. Stuttgart 2000; Handbuch Angewandte Ethik. Hrsg. v. R. Stoecker, C. Neuhäuser, ML Raters Stuttgart 2011. Ansonsten moodle.

Das Master-Seminar setzt die Reihe fort, in der klassische Positionen der Gegenwartsethik im Spiegel einschlägiger Kritik behandelt werden sollen. Im Sommersemester 2017 geht es um die Praktische Philosophie von Thomas Nagel, und damit um die Frage, wie sich selbst dann noch eine gut begründete moralische Entscheidung treffen lässt, wenn utilitaristische und deontologische bzw. kantische Befürworter einer Position gleichermaßen gute Argumente auf ihrer Seite zu haben scheinen? Thomas Nagel ist nicht nur einer der einflussreichsten und originellsten Philosophen unserer Zeit, sondern auch ein hervorragender philosophischer Essayist. Gelesen werden einige Passagen aus seinem Hauptwerk The View from Nowhere von 1986 und zudem eine Auswahl seiner berühmten Essays zum Problem der schmutzigen Hände, zum Welthungerproblem, zu Grenzen des Erlaubtem im Krieg oder auch zur Rationalität unserer Angst vor dem Tod.

Zeit: Di 14-16 Uhr
Ort: 1.11.1.22.
Zuordnung: LER: BAP (1) BAP (2 BAP (3) Seminar und BAI (2); Sachunterricht Primarstufe 
Phil 2006: PB5, PB8, PB10; Phil. 2010: BEa2 BEa3, VEa1, VEa2.

Wer selbständig eine Unterrichtseinheit im Fach LER vorbereiten will, der muss die einschlägigen ethischen Texte kennen. Um die Texte zu kennen, muss man sie zumindest in Auszügen einmal selbst gelesen haben. Ansonsten gerät man schnell ins Schwimmen, wenn man vor einer Klasse steht und weiterführende Fragen der Schüler beantworten soll. Das Seminar will das Lesen philosophischer Texte einüben, indem kurze Textpassagen aus klassischen Werken der Ethik gemeinsam gründlich studiert, nach Maßgabe des ‚Xantippe-Stricks’ in ihrer Argumentationsstruktur rekonstruiert und anschließend diskutiert werden. Es richtet sich an alle Studierende der LER-Studiengänge und damit auch an zukünftige Primar-Stufen-Lehrkräfte, die durch die Textlektüre auch in die wichtigsten klassischen und aktuellen Positionen der Ethik eingeführt werden sollen.
Leistungsanforderung für erfolgreiche Teilnahme: Regelmäßige Textlektüre einschl. einer knappen Zusammenfassung (max. ½ Seite) und der Formulierung von (mindestens) zwei Diskussionsfragen zu jedem Text.
Literatur: Lesebuch zur Ethik (hrsg. v. O. Höffe. München 1998). Ansonsten Moodle

Im Seminar werden (1) gesellschaftliche Fragen der Herausbildung, Festigung und des Wandels von Werte- und Normenvorstellungen in modernen Gesellschaften, (2) ihre Vermittlung sowie (3) die Herausforderungen ihrer Umsetzung behandelt. In diesem Zusammenhang werden (4) die Entstehung von Vorurteilen und Feindbildern sowie der gesellschaftliche Umgang damit reflektiert.

Religiöse Phänomene stehen immer wieder im Zentrum der gesellschaftlichen, politischen, aber auch individuellen Aufmerksamkeit. Nicht nur die aktuellen Debatten um Islam und „Islamismus” bzw. „islamistischen Terror” wären hier zu nennen, sondern ebenso Diskussionen über Säkularisierungsprozesse, Bemühungen um interreligiöse Verständigung, innerreligiöse Neuorientierungen und spirituelle Neufindungen, Sinnerleben bzw. Selbstverständigungen von Individuen und Gruppen. In verschiedenen Kontexten verweben sich überwiegend positiv gehaltene Perspektiven und Entwürfe mit kritisch-reflektierenden Haltungen bis hin zu pauschalisierend ablehnenden Positionen oder rein betrachtenden und beschreibenden Sichtweisen. Das Projektseminar gibt den Studierenden die Gelegenheit, aus der Vielfalt möglicher Bereiche eine selbst erarbeitete Fragestellung in einer Kleingruppe über das Semester hinweg selbständig, unter der Betreuung der Dozierenden zu erforschen und am Ende der Großgruppe zu präsentieren sowie in einem Portfolio zu reflektieren. Hier bietet sich Raum zum Anwenden, Erweitern und Hinterfragen von Lernprozessen sowie für die Erweiterung eigener methodischer, inhaltlicher sowie sozialer Kompetenzen.