Mit zunehmender Schnelligkeit etablieren sich neue Medien, Kommunikationsmittel und Kunstformen innerhalb unserer Gesellschaften. Oft sind es Jugendliche, die sich als „digital natives“ unbefangen auf diese Entwicklungen einlassen können. Der Ruf nach einem kritischen Umgang mit Medien, einer systematischen Medienerziehung und Medienbildung wird seit geraumer Zeit formuliert. Allerdings existieren bisher wenige Bemühungen die angehenden Pädagoginnen und Pädagogen mit entsprechenden Methoden, Ideen und Materialien auszustatten.

Die Idee für die Ringvorlesung entstand aus dem Gespräch mit Lehramtsstudierenden, die auf die oben erwähnten Desiderate aufmerksam machten. In dieser Ringvorlesung wird daher das Wissen über Computerspiele aus den Medienwissenschaften, den Game Studies sowie der Medienforschung direkt an die Lehrerinnen- und Lehrerausbildung angebunden. Ihr Ziel ist die Untersuchung der Einsetzbarkeit von Computer- und Videospielen im schulischen Unterricht und für Aktivitäten in außerschulischen Jugendeinrichtungen. Die Referentinnen und Referenten werden aus den jeweiligen Perspektiven ihrer Fachdisziplinen konkrete Methoden und Anwendungsmöglichkeiten anhand von ausgewählten Computerspielen erörtern. Schwerpunkt des Interesses bilden dabei Videospiele, die in erster Linie zur Unterhaltung eingesetzt werden, da der Einsatz von „Serious Games“/“Educational Games“ in jüngster Zeit schon breiter wahrgenommen wird.

Die Vorträge werden jeweils etwa 50 Minuten dauern, um in einem anschließenden Austausch genügend Raum für Fragen, Diskussionen und Ideen anzubieten.

In dem Seminar stehen Darstellungsweisen der Großstadt am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert, der Weimarer Republik und der Nachkriegszeit im Mittelpunkt. Neben Konzepten des Flaneurs werden sozialgeschichtliche Diskurse verhandelt. Texte von Theodor Fontane, Arthur Schnitzler, Walter Benjamin, Siegfried Kracauer, Franz Hessel, Gabriele Tergit, Irmgard Keun, Alfred Döblin, aber auch Siegmund Freud, Georg Simmel oder Theodor W. Adorno bilden die Grundlage der Seminarlektüre. Daneben werden filmische Verarbeitungen diskutiert.

In dem Seminar werden theoretische Zugänge zu den Gender Studies vermittelt und anhand methodischer Arbeitsweisen an ausgewählten literarischen Texten erprobt. Ausgehend von Darstellungen zum „Geschlechterunterschied“ Ende des 18. Jahrhunderts werden Positionen von Dichterinnen, Schriftstellerinnen, Intellektuellen vorgestellt und auf die zeitgenössischen Vorstellungen hin befragt. Anhand von autobiografischen und fiktionalen Texten von Autorinnen, auch jüdischer Herkunft, stehen im Seminar damit Fragen von weiblicher (und jüdischer) Emanzipation im Zentrum.
Das Seminar will zum einen Zugangsweisen zum wissenschaftlichen Arbeiten und zur Erprobung unterschiedlicher Methoden vermitteln, zum anderen einen inhaltlichen Überblick zur Thematik eröffnen.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts gab es eine Reihe deutsch-jüdischer Wissenschaftler, die sich mit Leben und Werk Johann Wolfgang von Goethes befassten, vornehmlich außerhalb wissenschaftlicher Institutionen. Nach Petra Ernst wählten sie Goethes "Werk als paradigmatischen Gegenstand von Forschung und Lehre [...], um einem offenen gesellschaftlichen Programm, das sie in seinem Werk erkannten, auch für die gesellschaftliche Gegenwart Ausdruck zu verschaffen." Der Literaturwissenschaftler Wilfried Barner hat für das vermehrte Interesse an Goethe drei, heute ebenso überlegenswerte zeithistorische Umstände benannt, die mit Fragen zur Goetheforschung in engem Zusammenhang stehen: einen Grund sah er im noch Entstehen begriffenen "nationalliterarischen Kanonisierungsprozess", einen zweiten in den noch nicht festgelegten Rollen der "emanzipierten Juden" und eine dritte Ursache in Goethes "ambivalenter Einstellung zu den Juden" seiner Zeit und zum Judentum selbst. Im Seminar sollen die Ansätze der Auseinandersetzung mit Goethe erörtert sowie die Bedeutung der Goetheforschung für das 19. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Etablierung einer deutschen Nationalliteratur diskutiert werden. Daneben werden Programmatiken von Literaturgeschichtsschreibungen analysiert, deren Herausbildung in engem Zusammenhang mit dem Projekt einer Nationalliteratur und dessen wichtigstem Exponenten Goethe steht.
Literatur

Ausgehend von Zeugnissen, die während der Shoah verfasst wurden, und von ersten Veröffentlichungen unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges soll im Seminar der Entwicklung der Zeugnis- und Erinnerungsliteratur in der Nachkriegszeit in den alliierten Besatzungszonen sowie in Ost- und Westdeutschland nachgegangen werden. Neben der Einführung in verschiedene Erinnerungstheorien steht die literaturwissenschaftliche Analyse ausgewählter Texte im Zentrum.
Ergänzt wird das Seminar durch eine Exkursion in die Gedenkstätte Buchenwald, mit der das Seminarthema vertieft und der Gegenstand des Seminars für die Studierenden nicht nur anschaulicher gestaltet, sondern auch alternative Methoden des Lernens vor Ort erprobt werden sollen. Daneben enthält das Archiv der Gedenkstätte Zeugnisse, die während der Lagerhaft und unmittelbar nach der Befreiung entstanden sind. Die Arbeit mit diesen Zeugnissen am historischen Ort ermöglicht neue Zugänge, die aufzeigen, wie vielstimmig sich die Erinnerungen an die Lagerhaft von Anfang an gestalteten, aber auch welche Steuerungsmechanismen im Hinblick auf die Auswahl von Erinnerungen von Beginn an wirksam waren.