Die Politisierung des Erinnerns, Verklärung der Geschichte und nationalistische Symbolik waren nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem darauf folgenden Krieg auf dem Westbalkan stark verankert. Auch heute wird in dieser Region die Erinnerung beispielsweise an den Holocaust und an die faschistische Vergangenheit im Allgemeinen teilweise verdrängt oder revitalisiert. Im Seminar sollen verschiedene Orte und Formen des Erinnerns (nationale Mythen, Denkmalkultur, Symbole, Filme usw.) an die Geschichte Südosteuropas vordergründig des 20. Jahrhunderts analysiert und diskutiert werden. Das Seminar findet im Moses Mendelssohn Zentrum statt und ist auch für Student/innen der Jüdischen Studien sowie der Geschichte, Politik und der Osteuropastudien gedacht.

Literatur

Gehler, Michael, Zwischen Diktatur und Demokratie: Erfahrungen in Mittelost- und Südosteuropa, Hildesheim 2013.

Himka, John-Paul/Michlic B. Joanna, Bringing the Dark Past to Light: the reception of Holocaust in postcommunist Europe, Lincoln 2013.

Jaworski, Rudolf/Kusber, Jan/Steindorff, Ludwig, Gedächtnisorte in Osteuropa: Vergangenheit auf dem Prüfstand, Frankfurt/Main 2003.

Lauer, Reinhard, Erinnerungskultur in Südosteuropa. Bericht über die Konferenzen der Kommission für Interdisziplinäre Südosteuropa-Forschung im Januar 2004, Februar 2005 und März 2006 in Göttingen, Berlin 2011.