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\(Textkörper CS\)';">Neben den narrativen Großformen, also dem höfischen Roman und dem Heldenepos, kennt die mittelhochdeutsche Literatur auch eine Fülle kleiner, also kurzer, Erzählformen wie die Fabel, den Schwank, die Legende oder novellistische und allegorische Erzählungen. Anders als in der Moderne zeichnet sich zur Zeit ihrer Entstehung aber noch kein klares Gattungsbewusstsein ab und die einzelnen Texte lassen sich oft mehreren Texttypen gleichzeitig zuordnen. Das macht es schwierig, eine literaturgeschichtliche Perspektive auf sie einzunehmen, also zu beurteilen, in welchem Verhältnis die kleinen mittelhochdeutschen Formen zu modernen stehen: Gibt es Verbindungslinien, die von ihnen z.B. zu den Märchen führen? Lassen sich die mittelhochdeutschen Erzählungen von unerhörten Begebenheiten als Novellen verstehen? Und warum hat sich ausgerechnet die Fabel von Mittelalter bis in die Moderne vergleichsweise wenig verändert?

\(Textkörper CS\)';">Diese Lehrveranstaltung findet in Kooperation mit dem Seminar Von Märchen bis Novelle. Kurze Erzählformen in der Neuzeit\(Textkörper CS\)';"> von Andreas Degen statt. Gemeinsam wollen am Beispiel der kleinen Erzählformen literaturgeschichtliches Arbeiten einüben, aber auch darüber sprechen, was Texttypen und Gattungen sind und was man mit diesen literaturwissenschaftlichen Basiskategorien (in historischer Perspektive) eigentlich anfangen kann.

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Diese Einführung verfolgt verschiedene Lernziele: Sie soll erstens Übersetzungsfähigkeit vermitteln, Sie also darin einüben, mittelhochdeutsche Texte unter Zuhilfenahme eines Wörterbuches zu übersetzen. Außer den Grundlagen des Mittelhochdeutschen soll aber zweitens auch ein Überblick über die Gattungen der mittelhochdeutschen Literatur, also der Epoche von ca. 800–1450 (mit einem Ausblick auf die frühneuhochdeutsche Literatur) gegeben werden. Sie lernen u.a. Artusromane, Heldenepen, Minnelieder, Mären und Schwanksammlungen (in Ausschnitten, bereitgestellt über Moodle) kennen. Zusätzlich zu diesen literaturwissenschaftlichen 'Basics' beschäftigen wir uns aber auch mit der Kultur des Mittelalters: Wie wird mittelalterliche Dichtung überliefert? Was ist der Unterschied zwischen einem mittelalterlichen und einem modernen Autor, was der zwischen einer Handschrift und einem gedruckten Buch? Haben Minnesänger wirklich gesungen, hat König Artus wirklich gelebt? Begleitend werden wir uns auch mit der Frage auseinandersetzen, warum es im Jahre 2026 noch interessant, relevant und aufschlussreich sein kann, sich mit Dichtung zu beschäftigen, die 800 bis 1200 Jahre alt ist.

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