\(Textkörper CS\)';">Im Heldenepos ist es ganz selbstverständlich, dass Männer töten und dadurch Ehre erlangen: Sie töten im Krieg und im Zweikampf. Ihre Gewalt ist weitgehend entproblematisiert und heroisiert. Der Artusroman kennt eine andere Form der Gewalt: Turnier und Zweikampf. In beiden Fällen wird Ansehen und Identität von Männern durch Gewaltausübung erlangt.
\(Textkörper CS\)';">Allerdings gibt es in der mittelhochdeutschen Literatur immer wieder auch Frauen, die kämpfen und töten: Zum Beispiel Amazonen, die auf dem Schlachtfeld töten (wie Camilla im Eneasroman). Doch das sind große Ausnahmen. Wenn Frauen töten, geht es, anders als bei den tötenden Helden, selten um Ehre: Die alttestamentliche Judith tötet, um ihr Volk vor einem Tyrannen zu retten, Medea und Kriemhild töten aus Rache und die Gräfin in Heinrich Kaufringers Erzählung von der 'unschuldigen Mörderin' räumt skrupellos alle aus dem Weg, die ihre Ehe mit dem Königssohn hintertreiben. Anders als Männer töten Frauen auch sich selbst: Weil sie verlassen wurden wie Dido oder weil sie entehrt wurden wie Brynhild und Lucretia. Es zeichnet sich ab, wie geschlechtsspezifisch die Gewalt ist, die Frauen gegen sich und andere wenden. Wie die jeweiligen Texte von den Frauenfiguren erzählen, die töten, wie sie ihre Gewalt darstellen, begründen und bewerten, das wollen wir in diesem Seminar gemeinsam untersuchen.
- Kursleiter*in: Prof. Dr. Katharina Philipowski
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Die Lehrveranstaltung vertieft die produktiven und rezeptiven Kompetenzen hinsichtlich des Umgangs mit Fachtexten. |
- Kursleiter*in: Dr. phil. Constanze Gestrich
Das Seminar vermittelt wesentliche Inhalte der Literaturwissenschaft. Geschichte und Theorie des Märchens in Deutschland sowie unterschiedliche Gattungen sind ebenso Bestandteil des Semianrs wie kreative Aufgaben.
- Kursleiter*in: Dr. phil. Constanze Gestrich
