Geschichte

Während der faschistischen Diktatur in Italien (1922-1943) wurde das antike römische Reich alltäglich identitätsstiftend "benutzt", um die neue nationale Identität zu prägen, die Benito Mussolini und die PNF dem Land geben wollten. Verweise auf Rom waren in allen Bereichen zu finden, die Gründung Roms wurde zum nationalen Feiertag, Mussolini wurde regelmäßig mit Caesar, Augustus und Konstantin verglichen. In diesem Seminar werden wir untersuchen, wie das antike Rom und genereller die klassische Antike im italienischen Faschismus "benutzt" und "missbraucht" wurden, um die geschichtspolitischen Ziele des Regimes zu erfüllen. Wir werden die akademische Auseinandersetzung mit der Antike und die Rolle der Altertumswissenschaften im Regime analysieren sowie auch die Rolle der Antike im Geschichtsunterricht in der Schule der Diktatur und die Formen der Geschichtsvermittlung (Ausstellungen, Radioprogramme, Briefmarken usw.), die in den zwanzig Jahren des italienischen Faschismus entwickelt wurden, um eine präzise und politisch gewollte Geschichtskultur auszubreiten und durchzusetzen.

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PÜ Historisches Institut - Geschichte des Altertums

Für die Geschichte der griechischen und römischen Frauen stehen uns zahlreiche literarische Quellen zur Verfügung - die aber mit sehr wenigen Ausnahmen fast vollständig von Männern verfasst worden sind. Die Darstellungen antiker Frauen sind daher fast immer das Produkt eines männlichen Blicks - und als solches müssen sie wissenschaftlich interpretiert werden. In dieser propädeutische Übung werden wir die Quellenlage für eine Frauengeschichte der Antike analysieren - und eben die quellenkritischen Schritte diskutieren, die für die Analyse literarischer Quellen notwendig sind, aber auch die anderen Quellengattungen (Münzen, Inschriften, archäologische Materialien), die uns helfen können, die Lebensbedingungen antiker Frauen besser zu verstehen.

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Die Frühe Neuzeit gilt zu Unrecht als Zeit des Stillstands, der Bewegungslosigkeit. Vielmehr waren auch vor Erfindung von Eisenbahn oder Automobil Menschen und Güter im wahrsten Sinne des Wortes massenhaft „unterwegs“. Die Vorlesung wird nicht nur dieses bunte Treiben auf Europas Land- und Wasserstraßen beleuchten und die strukturellen Bedingungen und Gefahren des Reisens sowie die Motive der Reisenden veranschaulichen; zugleich werden vor dem Hintergrund Fundamentalprozesse von Staatsbildung und Vergesellschaftung die Entwicklungen im Verkehrswesen sowie die Entstehung von Öffentlichkeit untersucht und nach den ökonomischen und sozialen Folgen der Umwälzungen gefragt.

Leistungsanforderungen: Klausur.

Literatur:
Holger Gräf/Ralf Pröve: Wege ins Ungewisse. Eine Kulturgeschichte des Reisens in der Frühen Neuzeit, 1500-1800, Frankfurt/Main 2001; Hans Pohl (Hg.), Die Bedeutung der Kommunikation für Wirtschaft und Gesellschaft, Stuttgart 1989.

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In dieser Übung geht es um die Basisarbeit des Faches. Es wird einerseits darum gehen, quellenkundliche Fragen zu klären und methodisches Vorgehen zu diskutieren. Andererseits soll auch das verstehende Lesen gedruckter (Fraktur) als auch handschriftlicher Quellen (Deutsche Schrift) geübt werden.

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Zwischen der populären und schulfachlichen Geschichtskunde und der akademischen Disziplin Geschichtswissenschaft besteht ein beträchtlicher Unterschied. Wir wollen diese Unterschiede aufdecken. Gegenstand der Lehrveranstaltung sind deshalb nicht nur Quellendefinition und Quellenkritik sowie die Differenz von Quellen- und Forschungsbegriffen, sondern auch, letztlich im Bann der Postmoderne, neue Konzepte und Perspektiven der Geschichtswissenschaft. Wir werden Aufsätze diskutieren, Quelleninterpretationen versuchen und uns Gedanken über den Akteursbegriff machen.

Leistungsanforderungen: Regelmäßige schriftliche Beantwortung von Fragen zu den Sitzungstexten. Am Ende eine Klausur.

Literatur: Stefan Jordan, Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft (= Orientierung Geschichte), Paderborn 2009.

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Die Herausforderungen von Postmoderne und damit verbundener kulturalistischer Wende haben eine grundsätzliche Neuorientierung bei der Bewertung und Definition von Mensch und Umwelt bzw. Gesellschaft hervorgerufen. In diesem Kontext sind in den letzten 5-10 Jahren im Umfeld der „Animate History“ neue Einsichten zum Verhältnis von Mensch und Tier aufgekommen. In dieser Lehrveranstaltung werden wir nicht nur die sozialen Orte von Tieren und die vielfältigen Beziehungsfelder diskutieren, sondern auch nach den theoretischen Hintergründen fragen.

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