
- Kursleiter*in: Marie Schröer
Der Essay entzieht sich einer festen Definition. Als „Versuch“ übersetzt, passt er sich immer wieder seinen Bedingungen an – seiner Zeit, seinem Ort und seinen Autor*innen. Heute begegnet er uns in Videoessays, Podcast-Formaten oder Substack-Texten. Doch ist der Essay tatsächlich ein genuin authentisches Mittel, um das Selbst zu positionieren und den Zeitgeist einzufangen?
Wir begeben uns auf die Suche und starten einen Selbstversuch. Dabei widmen wir uns dem deutschsprachigen Essay – von Adorno über Byung-Chul Han bis Margarete Stokowski, von klassisch bis zeitgenössisch, von wissenschaftlich bis experimentell. Wir üben essayistisches Denken, Schreiben, Kritisieren und Überarbeiten. Und wir fragen: Was macht meinen Text authentisch?
Ziel des Seminars ist es, essayistische Texte kritisch zu analysieren und ein eigenes essayistisches Projekt im Spannungsfeld von Subjektivität, Originalität und gesellschaftlicher Relevanz zu entwickeln.
- Kursleiter*in: Sontje Liebner
Im Seminar Anwendungspraxis Kulturwissenschaft widmen wir uns dem Thema „Authentizität“. Ausgehend von Autor*innen wie Walter Benjamin, Eva Illouz, Judith Butler und Byung-Chul Han diskutieren wir die Frage nach einer modernen Krise der Authentizität. Von Tourismus über Essen bis hin zu Künstlicher Intelligenz – wie prägen Reproduktion, Kommodifizierung und Technologie Formen authentischer (Re-)Präsentation und Erfahrung?
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf praxisorientierter Arbeit: Gemeinsam planen wir die jährlich stattfindende Internationale Woche der Semiotik, die den Abschluss des ersten Semesters bildet und vom 9. bis 12. Februar 2026 stattfindet. Im Rahmen dieser Veranstaltung entwickeln wir ein vielfältiges Programm mit wissenschaftlichen Vorträgen, Einblicken in die Museumspraxis, Podiumsdiskussionen und Workshops mit Expert*innen aus unterschiedlichen Fachbereichen. Ob Social Media, Konferenzbericht oder Pressearbeit – die Studierenden gestalten die Semiotische Woche mit erprobten Methoden und experimentellen Formaten aktiv mit.
Ziel des Seminars ist es, kulturwissenschaftliche Ansätze zu vertiefen und praktisch zu erproben. Die Studierenden erhalten die Möglichkeit, theoretische Kenntnisse kreativ anzuwenden und interdisziplinäre Verbindungen zwischen Kulturwissenschaft und Öffentlichkeit zu schaffen.
- Kursleiter*in: Sontje Liebner

Das Kolloquium begleitet Masterarbeiten in allen Phasen – von der Themenfindung bis zur Fertigstellung. Im Zentrum stehen der Austausch über Forschungsfragen, theoretische Ansätze und methodische Zugänge ebenso wie die Diskussion kreativer oder experimenteller Arbeitsformen (z. B. Magazin, Podcast, Ausstellung). Die Studierenden stellen ihre Projekte vor, erhalten Feedback und reflektieren den Schreibprozess.
- Kursleiter*in: Marie Schröer
In diesem vorlesungsähnlich gestalteten Seminar möchte ich Ihnen wichtige Grundlagen vermitteln, die einen professionellen Blick auf Kunst und Kultur anleiten. Es geht um Überlegungen zu Kultur, Raum, Zeit, Sprache, Text/Kontext, Intertextualität, Kunst, Denken, Autorschaft, Theorie, Geschlecht, Medialität, ...
Im Zentrum stehen Sachfragen, die sich im Umgang mit Kultur und Text stellen – begegnen wird aber auch die eine oder andere wichtige intellektuelle Stimme.
Zu erbringende Leistung: Klausur
Anmeldungen bitte per Selbsteinschreibung in das entsprechende moodle, oder an:
ungelenk@uni-potsdam.de
- Kursleiter*in: Prof. Dr. Johannes Ungelenk
- Kursleiter*in: Dr. Mara Persello
Für Stuart Hall, 1932 auf Jamaika geboren, in den 1950er Jahren nach England gekommen, Mitarbeiter am Centre for Contemporary Cultural Studies (kurz CCCS) in Birmingham, später sein Direktor, war das einsame, isolierte und konkurrenzbesessene akademische Arbeiten stets ein Greuel. Er organisierte sie nach dem Prinzip des forschenden Lernens in Projekten und Gruppen, was auch erklärt, warum es bis 1988 in Großbritannien kein Buch gab, dessen alleiniger Verfasser er war. Er arbeitete im Dialog – sowohl mit seinen Mitarbeiter/innen wie auch mit den Gegenständen seines Interesses, mit Marx, Gramsci, Althusser, Kultur-, Jugend-, Klassen-, Rassismus-, Medientheorie. Als die Cultural Studies seit den 1990er Jahren immer mehr zu einem Erfolgsmodell wurden, mit dem man in der akademischen Welt Karriere machen konnte, sagte Hall, er vermisse die Zeit, in der in den Cultural Studies >Positionen bezogen wurden< (AS 3, 36). Es gehe ihm darum, >das Projekt der Cultural Studies aus der sauberen Luft der Bedeutungen, der Textualität, der Theorie, in die gemeine Unterwelt zurückzubringen< (37).
Als einführende Lektüre empfehle ich die Autobiographie: Stuart Hall, Vertrauter Femder. Ein Leben zwischen zwei Inseln, Hamburg: Argument 2020, sowie: Sauli Havu/Juha Koivisto, Stuart Hall und die Cultural Studies. Zur Einführung, Hamburg: Junius 2024
- Kursleiter*in: Dr. phil. Peter Jehle
