Das Tutorium bietet insbesondere Unterstützung beim Erlernen und Übungen zum Anwenden der Transkriptionskonventionen nach GAT2. Außerdem werden in Vorbereitung auf die Klausur verschiedene Aspekte der Gesprächsanalyse thematisiert.

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Als Collage (von griech. kólla = Leim) werden in erster Linie Werke der bildenden Kunst bezeichnet, die aus verschiedenen Materialien zusammengeklebt wurden. Collagen können aber auch literarischer Art sein. Bereits die papiers collés von Picasso und Braques aus den 1910er Jahren enthielten Buchstaben und Wortteile, häufig aus Zeitungen ausgeschnitten. Dadaisten wie Kurt Schwitters oder Hannah Höch bauten noch augenfälliger Text in ihre Werke ein oder stellen diesen sogar in den Vordergrund. Und Hans Christian Andersen schuf schon im 19. Jahrhundert ganze Bücher aus Zusammengeklebtem. Was passiert, wenn Bild und Text durch Schneiden und Kleben in so enge Verbindungen treten?

„Ich musste die Wörter auch abends auf ein Hackbrett sortieren, damit wir essen konnten.” So beschreibt Hertha Müller die Anfangszeit ihrer Collagearbeiten, die inzwischen einen wichtigen Teil ihres Werks ausmachen. Die Wörter, aus Zeitungen und Zeitschriften ausgeschnitten und gesammelt, sind hier zu Gegenständen geworden, und ihre Eigenschaften, ihre Farbe, Form und Größe werden zu Mitteln der Textgestaltung. Die Lektüre der so entstandenen Gedichte steht vor der Aufgabe, die visuellen Aspekte von Schrift und Bild miteinzubeziehen. 

Im Seminar werden wir Texte betrachten, die collagierte Elemente enthalten und Collagekunstwerke lesen, die mit Schriftlichem arbeiten. Wir beschäftigen uns dabei unter anderem mit Hertha Müller, Kurt Schwitters, Hannah Höch, Hans Christian Andersen, Ror Wolf, Rolf Dieter Brinkmann und Kurt Tucholsky. Dabei soll besonders das Schneiden als eine Praxis der Avantgarden des 20. Jahrhunderts untersucht werden.

Als vorbereitende Lektüre ist zu empfehlen:

Hanno Möbius, Montage und Collage. Literatur, bildende Künste, Film, Fotografie, Musik, Theater bis 1933, München 2000

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“Hier ist Platz Etwas zu werden!” schreibt Fanny Lewald über Berlin, wohin sie in den 1840er Jahren zog, um Schriftstellerin zu werden. Großstädte im 19. Jahrhundert sind, allen voran Berlin, München und Wien, Orte des Austauschs des literarischen Lebens: Schriftstelle*innen ziehen dorthin, um ihrem Beruf nachgehen zu können, treffen sich in Kaffeehäusern, Bars und Lokalen, flanieren und beobachten. Die große Stadt bietet aber nicht nur Platz zur Selbstentfaltung und die Möglichkeit zum Kontakt mit Bohème und Avantgarden, sondern macht auch Problemfelder sichtbar: Verkehr und Schmutz, Krankheit und schlechte Arbeitsbedingungen, Enge und Armut gehören zu den wichtigsten Themen der naturalistischen Literatur, die sich zur Aufgabe macht, die "Wirklichkeit" zu schildern.
Städte sind auch die Orte, an denen Literatur im Wortsinn produziert und gemacht wird: In Redaktionen und Druckereien von Tageszeitungen und Journalen, an Theatern und Bühnen, in Verlagen und Salons. Diese Produktionszusammenhänge wollen wir genau so in den Blick nehmen wie Ästhetik und Erzählstrategien der Texte aus und über Metropolen. Romane und Erzählungen, die in Berliner Zeitungen erschienen sind, sollen daher eine besondere Rolle im Seminar spielen. 

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Mediävistische Einführungsseminare stellen das Wissen bereit, das notwendig ist, um deutsche Literatur des Mittelalters lesen, verstehen und wissenschaftlich beschreiben zu können. Anhand ausgewählter Texte ist einerseits kultur- und literaturwissenschaftliches Grundwissen zu erarbeiten, andererseits soll das Mittelhochdeutsche erlernt und das Übersetzen geübt werden. Das Seminar ist entsprechend für Anfänger (bis zum max. 4. Fachsemester), nicht für Fortgeschrittene konzipiert.

Neben der Einführung ins Mittelhochdeutsche steht mit dem Herzog Ernst ein Text im Mittelpunkt des Seminars, anhand dessen zentrale Strukturen und Denkmodelle der feudal-höfischen Gesellschaft erarbeitet werden sollen. Die Erzählung schildert die abenteuerlichen Fahrten eines aus seinem Stammland vertriebenen Adligen, der ferne Länder bereist und dabei fremden, zum Teil monströsen Völkern begegnet. Der Herzog Ernst gewährt damit prägnante Einblicke in die Grundlagen des adligen Selbst- und Weltbildes und die Bestimmung der eigenen Kultur in Auseinandersetzung mit den Fremden.

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