
Männlichkeit befindet sich in einem Wandel. Traditionelle (zum Teil toxische) Bilder von starken Männern, die ihre Familie beschützen, das Geld nach Hause bringen und für das „Vaterland” kämpfen, werden in den letzten Jahren aufgebrochen und ihre Stelle treten Männer, die über Gefühle sprechen, die „schwach” sind, sich nicht an Stereotypen messen und eben auch weinen. Doch ein starres Männlichkeitsbild, dass hier unter dem Slogan: „Männer weinen nicht” zusammengefasst wird beherrscht noch immer unsere Kultur und ihre Möglichkeiten der Identifikation. Das gilt für Politik, Medien sowie Popkultur. Im slavischen Raum gibt es eine Renaissance des starken Mannes, der mit nacktem Oberkörper auf einem Pferd reitet, der Frauen objektifiziert und sich in seiner Männergruppe beweisen muss. In vielen Rapvideos sind nur Männer zu sehen, Gangster, die sich in einem harten urbanen Umfeld beweisen müssen, in den Texten wird darüber gesprochen, wie man als Mann im Großstadtdschungel bestehen muss. Im Kurs „Boys don’t cry” werden wir uns aktuellen Tendenzen von Maskulinität in slavischen Pop- und Raptexten angucken und uns die Frage stellen, wie viel toxische Männlichkeit gibt es in der modernen slavischen Popkultur und wie viel braucht es davon überhaupt? Und wie kann moderne Männlichkeit eigentlich aussehen?
- Kursleiter*in: Ruben Höppner
