"Die Technik kommt, wenn man sie braucht!“ konstatiert Béla Balázs 1930 in seinem Buch ‚Der Geist des Films‘. „Erfindungen, auch künstlerische, werden nie zufällig oder aus der Laune eines Genies geboren. Sie sind fällig, wenn ein ökonomisches oder ideologisches Bedürfnis danach vorhanden ist. (Der Erfinder braucht nichts davon zu wissen.)“* Diesem Zitat liegt die zunächst recht einfache Schlussfolgerung zu Grunde, dass sich keine weltbewegende Erfindung durchsetzen kann, ohne eine Welt, die sich ihrer annimmt. Dieser Aspekt wird jedoch hochkomplex, wenn technische oder mediale Innovationen danach befragt werden, weshalb sie sich zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort durchgesetzt haben; zumal zwischen dem ersten Auftreten einer Erfindung und einer technischen oder medialen Standardisierung Jahrzehnte oder gleich ein ganzes Jahrhundert liegen kann.
Im Seminar geht es sowohl um frühe Erfindungen als auch um spätere Standardisierungen. Wir arbeiten anhand konkreter Beispiele, wie z.B. Verkehrsmittel (Dampfschiff, Fahrrad, Flugzeug), Bildmedien (Panorama, Fotografie, Film), aber auch Rechenmaschinen, Telefone und Straßenbeleuchtungen. Es werden einerseits medienkulturhistorische Wechselwirkungen untersucht. Andererseits wird auf die Rolle der ‚Erfindenden‘ eingegangen. Wenn Innovationen zu einer bestimmten Zeit tatsächlich in der Luft liegen, dann lassen sie sich kaum durch Biografien erklären, sondern in erster Linie durch kulturelle, soziale oder politische Notwendigkeiten.

Innerhalb des obligatorischen Theorieseminars werden klassische Texte zu medientheoretischen und medienhistorischen Fragestellungen gelesen.

Ich erstelle diese Seite, um zunächst zu testen, was ich mit Moodle für das Seminar machen könnte. Insofern: Work in Progress!

Leben bedeutet Energie zu verbrauchen. Menschen gewinnen Energie aus Feuer (Verbrennung + Sonne), Wasser (Wasserkraft), Luft (Wind und Gas) oder Erde (Öl, Brennstoffe, Batterien). Feuer, Erde, Wasser, Luft sind aber auch seit der Antike die vier Elemente, die als Grundbestandteile der Welt angesehen wurden. Auf ihnen basiert eine Geologie der Medien, die es verbietet, Medien allein als immaterielle Clouds zu denken, als vielmehr ökologisch im wörtlichen Sinn. Denn der massive Energieverbrauch der modernen Gesellschaften verbraucht sehr, sehr viel Energie, was jedoch in den Medienwissenschaften bislang kaum reflektiert wird. Die Diskussionen rund um das Zeitalter des Menschen – das „Anthropozän“ als dem neuen geologischen Zeitalter – erfordert ein neues Nachdenken über die elementaren Bedingungen menschlichen Lebens auf der Erde. Hier geht es um den Menschen als geologischen Faktor, weil Menschen der Natur Ressourcen entnehmen und diese in unterschiedlichsten Formen in der Atmosphäre, in den Gewässern und der Erde ablagern wie beispielsweise Plastik in den Ozeanen und in unseren Körpern oder CO2 und andere Gase in der Atmosphäre.
Im Seminar werden wir die vielfältigen Positionen genau behandeln, mit denen Künstler*innen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und vor allem der Gegenwart diese Themen behandeln – von Land Art über Skulptur, Environment, Film bis hin zur Performance. Außerdem werden wir Schlüsseltexte zur Frage der Elementaren Medien lesen.
Zusätzliche Informationen:
Zur Ergebnissicherung und zum Verfassen kleiner Texte parallel zum Seminar werden wir auf Moodle einen Wiki anlegen. Außerdem wird es zum Austausch mit Sebastian Mörings Seminar zu Elementen im Computerspiel stehen. Es ist ausdrücklich erwünscht, das Seminar als Begleitung zum Verfassen eigener Hausarbeiten zu nutzen. Dies bedeutet, dass das Seminar nur besuchen kann, wer die Zeit aufbringt, das Seminar mit eigenen Recherche- und Schreibarbeiten sowie natürlich mit Lektüren zu begleiten.