Inhalt: Verfolgt man die Geistesgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart, so thematisieren nahezu alle Konzeptionen so etwas wie eine Seele. Die jeweiligen Begriffe weichen jedoch stark voneinander ab. Daher stellt sich die Frage: Was ist eigentlich mit der Seele gemeint?
Zu diesem Zweck werden in dem Seminar drei Beschreibungen eingehender untersucht:
1. Antike (Demokrit, Platon und Aristoteles). Diese drei Autoren formulieren jeweils sehr unterschiedliche Konzepte, aus denen sich viele grundlegende Aspekte herauslesen lassen.
2. Die Beschreibung im Christentum (insbesondere bei den Kirchenvätern). Hierbei sollen auch wichtige Streitthemen rund um die Beschreibung der Seele erwähnt werden. Als Kontrast dazu wird auch die Charakterisierung der Seele im Buddhismus untersucht.
3. Die Beschreibung in der aktuellen Psychologie (Leib-Seele-Problem, Ergebnisse der Neuroforschung, Psychologie ohne Seele). Hier stellt sich die Frage, ob es möglich ist, den Menschen überzeugend ohne eine Seele im klassischen Sinn zu konzipieren, wie dies von vielen aktuellen Theorien beansprucht wird.
Ziel des Seminars ist es, ausgehend von diesen drei Ansätzen einen Eindruck zu vermitteln, welches Spektrum an Bedeutungen sich hinter dem Begriff Seele verbergen kann.


Nachfolgeveranstaltung: Das Seminar wird im Wintersemester fortgesetzt. Im Wintersemester sollen dabei ausgewählte Themen vertieft werden.

Es handelt sich dabei um die folgenden Grundwerte der islamischen Ethik:

Persönliche Verantwortung (teklīf) und Freiheit (ḥurrīya), Unterscheidung zwischen dem Guten und Bösen, Menschenwürde (ʿird), Gleichheit vor Gott; Gleichheit vor dem Gesetz, Gerechtigkeit (al-ʿadl), theologische, ethische und juridische Aspekte, das Konzept des idealen Menschen (al-insān al-kāmil), kollektive bzw. soziale Verantwortung: a) Pflichtabgabe (zakāt) b) freiwillige Almosen (sadaqa) c) Verbreitung des Friedens (ifšā al-selām) d) das Gute fördern, das Böse verwehren (al-amr bi al-maʿrūf wa al- nahy ʿan al-munkar ), Gesellschaftsbild des Islams, Haus des Friedens und Haus des Krieges (dār al-islām vs. dār al-ḥarb), Mehrheitsgesellschaft und Minderheiten (ḍimma), der Begriff umma und die Andersgläubigen, die Frauenfrage als Personengruppe, politische Partizipation und die Stellung der Politik, , Verantwortung gegenüber die Schöpfung; islamische Umweltethik als soziale Verantwortung. 

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich innerhalb nationalistischer Kreise Vorstellungen einer dezidiert ‚arteigenen‘ Religion für das deutsche Volk. Vordenker wie Richard Wagner, Houston Stewart Chamberlin und Anton de Lagarde schufen mit ihren rassisch-religiösen Schriften jene ideologischen Grundlagen, aus denen sich seit der Jahrhundertwende die sogenannte „Völkische Bewegung“ ausbilden sollte. Das religiöse Spektrum innerhalb der stark heterogenen Völkischen Bewegung reichte von Vorstellungen eines arischen Christentums über ariosophische Geheimlehren bis hin zu Versuchen, die vermeintliche Religion der alten Germanen wiederzubeleben. Das Seminar bietet einen Überblick über verschiedene Gruppierungen und deren Lehren. Mithilfe konstruktivistischer Ansätze werden die Entstehung und die der Lehre innewohnenden Argumentationen der Notwendigkeit "arteigener" Religion rekonstruiert.

Das Neue Testament ist wesentlich geprägt von dem Glauben an das bereits angebrochene Gottesreich und der Hoffnung auf dessen Vollendung. Diese Spannung zwischen „schon jetzt“ und „noch nicht“ ist eine wichtige Interpretationsfolie zur Einordnung theologischer Aussagen, von Handlungsanweisungen sowie von Darstellungen Jesu von Nazareth. 
Im Seminar wird danach gefragt, inwieweit Endzeitdiskurse als der Schlüssel zum Verständnis der Bewegung gelten können. Welche Rolle spielen die Themen Endzeit, Gericht und Apokalypse im frühesten Zeugnis christlicher Theologie? Wie positionieren neutestamentliche Autoren Christus und das frühe Christentum in diesem Spannungsfeld zwischen frühjüdischen apokalyptischen Traditionen, der Botschaft Jesu vom Anbruch des Gottesreichs, Verfolgung und ausbleibender Wiederkunft Christi? Wie richtet man sich ein in dieser Welt, deren Ende schon begonnen hat?
Ein zentrales Anliegen ist es, die neutestamentlichen Traditionen zu kontextualisieren, Vorläufer sowie Nachwirkungen auszumachen. Neben historischen Zugängen geht es darum, grundlegende Methoden der Bibelauslegung zu üben. Dabei soll die Erarbeitung von Diskursen mit Hilfe intertextueller Verbindungen im Zentrum stehen, ohne die jeder Bibelabschnitt in seiner Isolation unverständlich bliebe. So kann auch der Aushandlungscharakter aufgezeigt werden, der verschiedene Antwort- und Interpretationsmöglichkeiten auf Fragen rund um die Lebensgestaltung, das Leben nach dem Tod und das Ende der bestehenden Welt ermöglicht.