Liberale Demokratien stehen gegenwärtig unter erheblichem Druck. Vielfach ist von einer Krise der Demokratie die Rede, die sich besonders deutlich in den Wahlerfolgen rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien zeigt. Diese Entwicklungen lassen sich jedoch nicht allein durch veränderte politische Einstellungen erklären, sondern verweisen auf tieferliegende strukturelle Spannungen.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welches Demokratieverständnis geeignet ist, diese Entwicklungen angemessen zu erfassen. Hier setzen radikale Demokratietheorien an: Sie begreifen Demokratie als fortwährenden Aushandlungsprozess gesellschaftlicher Ordnung. Damit eröffnen sie nicht nur analytische Perspektiven auf die gegenwärtige Krise, sondern auch normative und emanzipatorische Horizonte demokratischer Praxis. Radikaldemokratische Ansätze bilden jedoch kein geschlossenes Theoriegebäude, sondern ein heterogenes Feld unterschiedlicher Positionen.
Ziel des Seminars ist es, in zentrale Begriffe, Konfliktlinien und Abgrenzungen zu anderen Demokratieverständnissen einzuführen sowie die Reichweite und Herausforderungen radikaldemokratischer Ansätze zu diskutieren.
- Kursleiter*in: Nils Zimmer
