
Wann gehören Autorinnen oder Autoren zur Gegenwartsliteratur, wann nicht? Welche Kriterien gibt es dafür, Texte als gegenwärtig zu bezeichnen? Sind Generationen, historische Zäsuren oder bestimmte Themen dafür relevant? Wann spricht man überhaupt von Gegenwartsliteratur? Wie haben sich die Bedingungen für Gegenwartsliteratur und die Kontexte des literarischen Lebens in den letzten Jahrzehnten entwickelt, wie kann man diese Veränderungen verstehen? Wie und wo – in welchen Institutionen, mit welchen Praktiken findet Gegenwartsliteratur statt? Mit solchen grundsätzlichen Fragen wollen wir uns im Seminar beschäftigen. Es soll darum gehen, wie die literaturwissenschaftliche Betrachtung und Analyse von Gegenwartsliteratur aussehen kann. Einige der Faktoren, die dabei eine Rolle spielen, wollen wir uns im Seminar gemeinsam erarbeiten.
Dabei soll es u.a. um die Rolle von Institutionen gehen, in denen Gegenwartsliteratur verhandelt und oft auch sortiert und vorstrukturiert wird – also u.a. um die Literaturkritik, Bibliotheken, Verlage, Literaturhäuser, Literaturpreise, Literarische Zeitschriften, Online Portale oder die Frage, wie Gegenwartsliteratur auf Social Media behandelt wird. Im Seminar wollen wir versuchen, diese Themen historisch anzugehen, also herauszufinden, seit wann und wie Gegenwartsliteratur überhaupt in der Literaturwissenschaft eine Rolle spielt. Im weiteren Verlauf werden wir dann versuchen, an einigen Beispielen den aktuellen Zustand der Gegenwartsliteratur zu verstehen.
Als Arbeitsform sind nicht nur reguläre Seminarsitzungen, sondern auch Projektarbeiten vorgesehen, die in Rücksprache mit dem Kursleiter in Gruppen vorbereitet und dann im Seminar diskutiert werden. Ein Gegenstand des Seminars wird der Bachmann-Preis sein, der von 25. bis 27. Juni in Klagenfurt stattfindet (https://bachmannpreis.orf.at/) und den wir gemeinsam beobachten und diskutieren wollen.
Literaturwissenschaftliches Denken, Diskutieren und Schreiben sind zentrale Kompetenzen, die nur durch regelmäßige aktive Teilnahme an den Sitzungen erworben werden können. Deshalb ist es sinnvoll, regelmäßig an den Seminarsitzungen vor Ort teilzunehmen und sich aktiv an den Diskussionen zu beteiligen. Die Lektüre der im Programm aufgeführten Texte oder Textauszüge bildet die Basis unserer Zusammenarbeit und der Bewertung der zu erbringenden Leistungsnachweise, weshalb die sorgfältige Lektüre sämtlicher Texte erforderlich ist.
- Kursleiter*in: Prof. Dr. Fabian Johannes Lampart
