In einer stark einsprachig und schriftsprachlich geprägten Gesellschaft wie in der Bundesrepublik Deutschland kann es für Neuzugewanderte sehr schwer sein, wenn Sprachkompetenzen im Deutschen noch nicht ausgebaut sind und kein oder nur ein geringer Zugang zur Literalität besteht. Um Partizipation zu ermöglichen, gibt es Lernräume wie die Alphabetisierungskurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge oder Alphabetisierungsklassen an öffentlichen Schulen. Ein weiterer Lernraum stellt das unmittelbare soziale Umfeld oder auch der Sozialraum dar. Eine Verknüpfung dieser beiden Räume entspricht einer lebensweltorientierten Methodik und bietet für die Lernenden einen hohen motivationalen Aspekt, da es um schriftsprachliche Handlungen geht, die sie unmittelbar betreffen und von Nutzen im Alltag sind.

Im Seminar sind Sie eingeladen sich forschend mit der Frage der lebensweltorientierten Alphabetisierung im Sozialraum auseinanderzusetzen. Hierfür begeben wir uns gemeinsam mit einer Berliner Alphabetisierungsklasse (OSZ) auf Exkursion nach München (29.06.2026-03.07.2026). Als teilnehmende Beobachter*innen dokumentieren und analysieren Sie den Umgang mit Schrift im Sozialraum und entdecken gemeinsam mit den Schüler*innen, wie eine neue Umgebung mit oder auch ohne Schrift erschlossen werden kann, welche literalen Artefakte nützlich sind oder  welche Strategien die Schüler*innen nutzen. 

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