Hartmanns Iwein ist der Klassiker unter den Artusromanen, der Maßstäbe für die gesamte Gattung gesetzt hat und im Mittelalter weit verbreitet war. Im Mittelpunkt steht der Werdegang eines Artusritters, der sich mit magisch-wunderbaren Herausforderungen und schweren persönlichen Krisen auseinandersetzen muss. Sein Erfolg am Zauberbrunnen führt zur Ehe mit der Landesherrin Laudine, die Iwein aber wieder verstößt, als er das ihr gegebene Versprechen bricht. Iwein verfällt darauf in exzessive Trauer, verliert das Bewusstsein seiner selbst und lebt für eine Zeit als nackter Wilder im Wald. Der zweite Teil des Romans erzählt von der schrittweisen Wiederherstellung seiner Ehre und Identität, worin ihn ein treuer Löwe begleitet und unterstützt.
Im Seminar diskutieren wir die zentralen Themen des Iwein – Minne, Rittertum, die Herstellung von Identität über Irrwege, Hindernisse und Niederlagen, die Spielarten des Wunderbaren und des Abenteuers – und erarbeiten schrittweise die Gattungs- und Strukturmerkmale des Artusromans. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit den übernatürlichen Wesen, magischen Gegenständen und Szenarien sowie dem Mensch-Tier-Verhältnis: genau den Elementen, die wesentlich zur Faszinationskraft dieses Romans beitragen.
- Kursleiter*in: Prof. Dr. Judith Klinger
