Im Seminar stehen Leben, Herrschaft und Nachwirkung König Ludwigs XIV. von Frankreich (1643–1715) im Zentrum. Mit zentralen Quellen wird somit gleichzeitig in die Epoche des 17. und frühen 18. Jahrhunderts eingeführt. Wir beginnen mit Frankreichs Strukturen und Gesellschaft im Jahrhundert des Dreißigjährigen Krieges und begleiten den jungen König durch Kindheit, Regentschaft, Fronde und die Rolle Mazarins. Der Herrschaftsantritt 1661 eröffnet den Blick auf Absolutismusdebatten, politische Reformen und frühe Kriege. Außenpolitik, Festungsbau, Ruhm, Mythos und Repräsentation stehen im Zentrum, ebenso die großen Konflikte der Epoche – vom Devolutionskrieg über den Holländischen Krieg, die Reunionspolitik und den Neunjährigen Krieg (Pfälzischer Erbfolgekrieg) bis hin zum Spanischen Erbfolgekrieg. Versailles wird zum Schauplatz höfischer Kultur mit Architektur, Kunst, Musik und Mode. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Religionspolitik mit der Verfolgung der Hugenotten. Als Quellen dienen Selbstzeugnisse Ludwigs XIV., Beobachtungen von Saint-Simon, Liselotte von der Pfalz, Exechiel von Spanheim, Schriften von Vauban sowie wirtschaftsgeschichtliche Dokumente Colberts. Hinzu kommen diplomatische Texte, Kriegserklärungen und Friedensschlüsse von den Pyrenäen bis Utrecht und Rastatt. Abschließend thematisieren wir die Rezeption des „Sonnenkönigs“ von Voltaire bis in die moderne Historiographie sowie in Literatur und Film.
- Kursleiter*in: Prof. Dr. Matthias Asche
