Schon kurz nach der Proklamation des neuzeitlichen Staates Israel (1948) und der beiden deutschen Nachfolgestaaten des "Dritten Reiches" (1949) entspann sich - im Schatten der Shoah und des NS-Erbes - eine rege Diskussion über mögliche Beziehungen und Nichtbeziehungen. Doch auch nach Aufnahme diplomatischer Kontakte zwischen Israel und der (Alt-) Bundesrepublik 1965 und selbst nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 hielt die Debatte über "Besonderheit" und "Normalität" dieser Beziehungen an. Engen Kooperationen in Wirtschaft, Politik, Sicherheit, Kultur und Wissenschaft steht situative Fragilität (wie nach dem 7. Oktober 2023) gegenüber, wovon auch die jüdische Gemeinschaft in Deutschland stark betroffen ist. Im Seminar behandeln wir Entwicklungen und Zäsuren dieser "Dreiecksgeschichte", mit einem besonderen Fokus auf den letzten drei Jahrzehnten. Das Seminar eignet sich auch für Studierende der Jüdischen Studien, der Soziologie und der Politikwissenschaften.

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