In literaturwissenschaftlichen Arbeiten wird ein harmonisches Zusammenspiel von methodischem Zugriff und literarischem Text erwartet. Doch wie findet man eine passende Theorie zu einem interessanten Text? Wie sucht man ein geeignetes Textkorpus zu einer attraktiven Theorie? Was bedeutet es überhaupt, einen literarischen Text nicht einfach zu lesen und zu verstehen, sondern eine theoretisch fundierte und methodisch angeleitete literaturwissenschaftliche Frage zu entwickeln und diese durch Textanalyse und Interpretation zu beantworten?

Im Seminar diskutieren wir ausgewählte Theorien, Methoden und Begriffe der aktuellen germanistischen Literaturwissenschaft und erproben sie an praktischen, historischen wie gegenwärtigen Textbeispielen. Zur Sprache kommen dabei Fragestellungen der Interkulturalität, des Kulturtransfers und der Kulturvermittlung, des Klassismus und der Intersektionalität, der Fiktionstheorie, der Wissenspoetologie, der Lach- und Populärkulturen, des Ecocriticism und der Digital Humanities – Fragestellungen, die wir unter anderem am Beispiel gegenwärtig boomender Genres wie Autofiktionen, Autosoziobiographien und Dystopien, aber auch an Texten mit mehrkultureller Genese, an Texten ökologischer Literatur sowie an Texten diskutieren, in denen Verschwörungsnarrative aktualisiert und wissenschaftliche Wissensbestände vermittelt werden.

 Textgrundlage:

Andrea Albrecht, Franziska Bomski, Yongqiang Liu (Hg.): Text trifft Theorie. Literaturwissenschaftliche Methodenkompetenz in der Praxis, Berlin 2025 (elektronisch zugänglich über die UB Potsdam).

Sharon Dodua Otoo: Adas Raum (2021).

Deniz Ohde: Streulicht (2020).

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