Das Zeitalter der Aufklärung stellt eine zentrale Epoche der europäischen Geschichte dar. In vielen Bereichen des Wissens brachte es einschneidende Neuerungen. Die europäische Begegnung mit den Völkern der außereuropäischen Welt gehörte dabei zu den wichtigsten Grunderfahrungen dieser Zeit. Die Erforschung auch der entferntesten Erdteile schuf einen globalen Erkenntnisrahmen, in den die Vielfalt der Kulturen der Welt eingetragen werden konnte. Zugleich bildete dies die Grundlage für ein Konzept von Menschheitsgeschichte, das dazu angelegt war, den Durchgang der Menschen durch verschiedene Stadien ihrer Entwicklung zu beschreiben und den Ort der europäischen Kultur in ihrem Verhältnis zur übrigen Welt zu begreifen und zu setzen. Freilich ist die Aufklärung auch eine zweischneidige Epoche: Die Betonung der Vernunft, die Entwicklung der Idee der Menschenrechte und der Glaube an die Emanzipationsfähigkeit des Menschen kontrastiert scharf mit den verschiedenen Formen des Kolonialismus, der Sklaverei, der Entwicklung von Rassetheorien und der gewaltsamen Ausbreitung Europas über den Erdball.
Das Seminar behandelt die europäische Auseinandersetzung mit fremden Kulturen im Zeitalter der Aufklärung und behandelt sie im Kontext der europäischen Übersee-Expansion.
Leistungsnachweis: mündl. Teilnahme, Referat, Hausarbeit (12-15 Seiten)
- Kursleiter*in: PD Dr. Sven Trakulhun
