Mediävistische Einführungsseminare stellen das Wissen bereit, das notwendig ist, um deutsche Literatur des Mittelalters lesen, verstehen und wissenschaftlich beschreiben zu können. Anhand ausgewählter Texte ist einerseits kultur- und literaturwissenschaftliches Grundwissen zu erarbeiten, andererseits soll das Mittelhochdeutsche erlernt und das Übersetzen geübt werden. Das Seminar ist entsprechend für Anfänger (bis zum max. 4. Fachsemester), nicht für Fortgeschrittene konzipiert.
Neben der Einführung ins Mittelhochdeutsche steht mit dem Mauricius von Craûn ein kürzerer Erzähltext im Mittelpunkt des Seminars, anhand dessen zentrale Strukturen und Denkmodelle der feudal-höfischen Gesellschaft erarbeitet werden sollen. Diese Erzählung bezieht sich in ironisch-distanzierender Form auf die höfische Minnedienst-Ideologie und unterstreicht mit Hilfe komischer Verwirrungen deren Konfliktpotential sie gewährt damit einen besonders interessanten Blick auf die Deutungsmuster von adligem Rittertum, Minne und Ehe.
Alle mediävistischen Einführungen werden von einer "Einführung in die Handschriftenkunde" begleitet: Ein Besuch in der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek gibt Gelegenheit für eine Begegnung mit mittelalterlichen Büchern und vermittelt Einblicke in die Medialität mittelalterlicher Literatur sowie Fragen der Textedition. Die einmalige Teilnahme an dieser Veranstaltung, an einem frei wählbaren Termin im Lauf des Semesters, ist für alle in die Einführungen eingeschriebenen Studierenden verbindlich. (Wichtig: Für die ‚Einführung in die Handschriftenkunde’ können und müssen Sie sich nicht in PULS anmelden! Alles Weitere erfahren Sie in der ersten Semesterwoche.)
Textgrundlage zur Anschaffung: Mauricius von Craûn. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Nach dem Text von Edward Schröder hrsg., übersetzt und kommentiert von Dorothea Klein. Stuttgart 1999 (= Reclam Universal Bibliothek 8796).
- Kursleiter*in: Prof. Dr. Judith Klinger
ePortfolio: Nein
