Sami Michael (1916-2024) war bis zum seinem Tod im vergangenen Jahr der vermutlich wichtigste und originellste Autor der sogenannten Mizrahi-Literatur in Israel, eine Art Scharnier zwischen der ersten und zweiten Generation dieser Literatenschaft.

Der in Bagdad/Irak als Kamal Sallah Mansur Menasche geborene irakische Jude kam als 23jähriger nach Israel und avancierte dort mit seinen 11 Romanen, 3 Sachbüchern, Theaterstücken,  Kinderbüchern, Essays und Artikeln zu einem der bedeutendsten Schriftsteller und Intellektuellen im Land.

Michael, der auch für arabischsprachige Zeitungen und für die Menschenrechtsorganisation ACRI tätig war, trat Zeit seines Lebens für eine gerechte und gleichberechtigte Koexistenz von Juden und Arabern in Israel/Palästina ein.

Sein Roman "Chazozra beWadi" (Eine Trompete im Wadi) erschien 1987. Darin beschäftigt sich Michael mit dem Leben der Menschen im Wadi Nisnas, einem Stadtteil von Haifa, zugleich auch Wohnort des Autors. Er erzählt darin die Liebesgeschichte einer jungen Araberin und eines jüdischen Einwanderers aus Russland, einer in den Gesellschaften Israels politisch äußerst kontroversen Liaison. Chazozra beWadi wurde auch als Theaterstück bearbeitet und 2002 verfilmt.

In dem Kurs lernen wir den Autoren und sein Wirken kennen und lesen sukzessive das 232 Seiten umfassende Werk.


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