apl.Prof. Dr. Marie-Luise Raters:
Heilige und Helden?

Ein Radio-Beitrag

 

 Philosophische Blockveranstaltung WS 23/24

 

Pater Maximilian Kolbe ist anstelle eines Mitgefangenen im Hungerblock von Auschwitz verhungert.  Der barmherzige Samariter des Lukas-Evangeliums leistet nicht nur Erste Hilfe, sondern verspricht dem Wirt auch noch, bei seiner Rückkehr die Rechnung des Verletzten zu bezahlen. Und selbst der finstere Darth Vader gibt am Ende der Starwars-Filme sein Leben hin, um seinen Sohn Luke Skywalker zu retten. Wir bewundern Heilige und Helden, im Leben noch mehr als im Film, aber sollten wir (um einmal mit Richard M. Hare zu sprechen) auch unsere Kinder oder Schüler(innen) dazu erziehen, zu Heiligen und Helden zu werden? Die Frage stellt sich, weil es auf der Welt sehr große Not gibt. Eigentlich müssten wir deshalb alles stehen und liegen lassen und gegen den Welthunger ankämpfen. Das aber würde die meisten von uns überfordern. Das Seminar diskutiert die Frage nach supererogativen Leitbildern als Leitbilder der Moralerziehung unter Verwendung der Radio-Methode.

 

Das materielle Ziel der beiden Blockveranstaltungen ist ein fiktiver Radio-Beitrag; das wiederum verfolgt das didaktische Ziel, dass Sie komplexe philosophische Positionen knapp auf ihren argumentativen Kerngehalt reduzieren lernen sollen. Der Beitrag soll folgendermaßen entstehen. In den ‚öffentlichen Anhörungen‘ der Redaktionskonferenz stellt jeweils eine Redaktionsgruppe ein Thema vor, wobei sich die flankierende Gruppe fleißig Notizen zu Unklarheiten und Einwänden macht. Der Beitrag wird im Plenum diskutiert. In den Redaktionssitzungen setzen sich dann die jeweiligen primären Redakteursgruppen mit den flankierenden Gruppen zusammen, um einen Beitrag von ca. 5 Minuten (ca. 5000 Zeichen) fertig zu stellen, der im letzten Aufnahme-Teil der Sitzung dann auf ein Band gesprochen wird. Die Vorstellungen sollen die Form eine kurzen Referats (ca. 15 Minuten) mit antizipierten Einwänden  (ca. 15 Minuten) haben; außerdem soll die primäre Redakteursgruppe die Diskussion mit dem Plenum leiten, während die flankierende Gruppe wichtige Einwände und Nachfragen notiert.  In der Redaktionssitzung Uhr sollten dann (i) die diversen Sprechrollen festgelegt werden und (ii) ein Text von ca. 3000 Zeichen entstehen, der (ii.i.) die leitende Frage interessant macht; der (ii.ii) vor allem die Position des Autors klar rekonstruiert und der (iii) in Form eines fiktiven Interviews beispielsweise Fragen stellt (und Antworten gibt) zu Einwänden, Reichweiten und Grenzen der Position. Die flankierende Redakteursgruppe berät entweder, oder beide Gruppen teilen sich die Aufgaben, indem die flankierende Gruppe das fiktive Interview und die Primärgruppe den vorstellenden Textteil vorbereitet etc. In der folgenden Woche wird dann getauscht. 

 

Bitte bringen Sie alle Ihren Laptop mit – und bitte bilden Sie 6 Redaktions-Gruppen und tragen Sie sich in die Liste ein!

 

Veranstaltungstyp: TZGM LER

Zuordnung: Philosophische Blockveranstaltungen zum TZGM

Zeit: Freitag 20.10.23 11-17 Uhr; Samstag 21.10.23 10-16 Uhr

Raum: 8.0.64

Leistungsanforderungen: Teilnahme an beiden Blockterminen einschl. Textlektüre; Vorbereitung eines Seminartextes in einer Redakteursgruppe; Kritik eines Radiobeitrags in einer flankierenden Redakteursgruppe


ePortfolio: Nein