Schreiben ist eine Reise nach innen. Es schöpft aus den Quellen der eigenen Erfahrungen, Erinnerungen, Fantasie und Kreativität. Wir lassen unserer Vorstellungskraft beim Schreiben freien Lauf. Zugleich verlangt und ermöglicht das Schreiben Empathie. Zum Schreiben über Andere gehören Gespräche. Wir stellen uns in diesem Blockseminar wechselseitig Fragen und erfahren viel Neues – auch über uns. Wie anders sind die Anderen? Wie viel Vielfalt und welche Widersprüche stecken in uns selbst?

Schreiben ist eine Kulturtechnik, die wir beherrschen und die uns ohne großen medialen Aufwand möglich ist. Literarisches Schreiben ist aber auch ein Handwerk. Das Blockseminar vermittelt einerseits literaturwissenschaftlich relevante „Bauformen des Erzählens“ wie Figurenperspektive, Handlungsstränge, Raum- und Zeitkonstruktionen, Stilmittel. Andererseits erhalten die Teilnehmer*innen zahlreiche, auf ihre eigene Erfahrung und Praxis zielende Inputs aus dem Bereich „Kreatives Schreiben“ sowie interaktive Erzählaufforderungen, die das Zuhören ebenso wie das Vertrauen auf eine eigene Stimme und Geschichte fördern. Die theoretischen und literarischen Texte, die wir im Laufe des Semesters diskutieren, widmen sich zudem verschiedenen Aspekten von Mehrsprachigkeit: Multilinguales Schreiben, Mehrsprachigkeit als Ausdruck von Migrationserfahrungen und Mehrsprachigkeit als Merkmal einer kulturell diversen Gesellschaft.

Das Seminar findet in zwei Blöcken von je zwei Tagen statt. Im ersten Block widmen wir uns insbesondere praktischen Übungen, die Türen zum kreativen Schreiben öffnen. Die Zeit zwischen den beiden Seminarteilen nutzen die Studierenden, um Texte rund um das Thema "literarische Mehrsprachigkeit" zu lesen sowie um in Zweiergruppen eigene Geschichte zu entwerfen, die sich dem Thema „kulturelle Diversität“ widmen. Im zweiten Seminarteil werden diese Geschichten vorgestellt und weiter entwickelt; es werden neue Schreibimpulse und Diskussionsräume geboten.

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