Das Seminar behandelt Grundlagen des Vertragsrechts mit dem Ziel, die rechtlichen Rahmenbedingungen in der vorvertraglichen Verhandlungsphase, in der Vertragsabschlussphase, in der Erfüllungsphase und in der postvertraglichen Phase zu verstehen und einzuordnen. Ausgangspunkt ist die Funktion des Vertrages als zentrales Handlungsinstrument im Geschäftsverkehr. Den Studierenden wird vor Augen geführt, dass grundsätzlich jegliche Zusammenarbeit und jeder Güteraustausch durch wechselseitige Selbstverpflichtungen der Beteiligten mit bindender Wirkung für die Zukunft geregelt wird. Daraus ergibt sich in einem zweiten Abschnitt die Bedeutung der Vertragsverhandlung, an deren Ende im Erfolgsfalle ein Vertrag steht. Dabei gilt es, den Verhandlungsprozess als qualifizierten Kommunikationsprozess zu verstehen, der einerseits rechtlich eingebettet ist durch die Haftung aus dem Verhandlungsverhältnis und andererseits sowohl durch begleitende bindende Absprachen als auch durch Verhandlungsvereinbarungen strukturiert und geregelt werden kann. In einem dritten Abschnitt geht es um die Formen des Vertragsabschlusses und die Kenntnis möglicher Schwebelagen sowie deren instrumentellen Einsatzes und deren rechtliche und ökonomische Risiken. Vermittelt werden hier Basiskenntnisse der Rechtsgeschäftslehre sowie ein Überblick über Vertragstypen und typische Vertragsinhalte. In einem vierten Absch! nitt werden die Vertragsstruktur, der typische Vertragsaufbau und rechtlich neuralgische Vertragsregeln erläutert. In einem fünften Abschnitt werden Prozessrisiken geschildert, insbesondere im Hinblick auf die Bedeutung von Darlegungs- und Beweislasten sowie Blockadepositionen. Hierbei werden streitvermeidende Vertragsregeln vorgestellt und die Kommunikationserfordernisse in kritischen Vertragsphasen behandelt. Schließlich erfolgen Hinweise zu Auslandsbezügen.

Basierend auf dem Seminar Psychologie und Verhandeln kennen die Teilnehmer den mediativen Ansatz besonders in Hinblick auf eine praxistaugliche Form der Verhandlungsführung. Sie verstehen die erfolgskritische Relevanz der eigenen Haltung und Handlung und können diese mit dem mediativen Vorgehen verknüpfen. Die Teilnehmer sind in der Lage einzelne Elemente der Mediation als Verhandlungstools zu nutzen. Sie verstehen die Rolle des Mediators und können sie im Wesentlichen von ihrer bisherigen Rolle in ihrem Herkunftsberuf abgrenzen. Darüber hinaus sind die Teilnehmer in der Lage, eine Metaperspektive einzunehmen, sich aus ihrer Komfortzone herauszubewegen, sowohl bezüglich der Phänomenologie der Situation, sowie der eigenen Person. Diese Kenntnisse können die Teilnehmer in allgemeinen Verhandlungssituationen und speziell in schwierigen – nicht alltäglichen – Situationen nutzbar machen.

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