Für künstlerische und erinnerungskulturelle Auseinandersetzungen mit der Shoah spielten Filme von Anfang an eine Rolle – seien es frühe Spielfilme wie Ostatni Etap oder Morituri, Dokumentarfilme, die sich auf Archivmaterial stützen wie Nacht und Nebel oder die ab den 1970er Jahren immer wichtiger werdenden Überlebendeninterviews. Heute ist die Generation der Zeitzeug*innen fast vollständig verschwunden und es stellt sich allenthalben die Frage, wie Erinnerung künftig aussehen kann. Dabei rücken neuere Formen in digitalen Medien und sozialen Netzwerken immer häufiger in den Mittelpunkt.

Das Seminar will sich mit grundlegenden Fragen nach Zeugenschaft und Erinnerung, dem Umgang mit Archivmaterial und filmischen Topoi befassen und dabei die kanonischen Filme über die Shoah in den Blick nehmen – wie Nacht und Nebel, Shoah, die TV-Miniserie Holocaust und Schindlers Liste – und sie mit jüngeren Filmbeispielen wie Son of Saul, Uploading Holocaust oder der Serie Hunters in Verbindung bringen. Darüber hinaus werden gegenwärtige Phänomene digitaler Medien wie Tiktok-challenges und Zeitzeug*innen-Hologramme analysiert und ihre Inszenierung im musealen Raum diskutiert.