Wer sich mit Musik und Musikkultur befasst, stößt unweigerlich auf Gender-Fragen: Wie sind Frauen und Männer beteiligt? Wie manifestieren sich Ideen von Weiblichkeit und Männlichkeit, aber auch von Geschlechtern jenseits binärer Zuschreibungskategorien auf der Bühne und im Klang? Wie artikuliert sich Begehren – und für wen, von wem und zu welchem Zweck? Wie werden Vorstellungen von Körper, Geschlecht und Macht musikalisch und musikkulturell gekoppelt, konstruiert und konterkariert? Diese und weitere Fragen stehen im Zentrum des Seminars. Wir werden uns einerseits mit Grundlagentexten der musikwissenschaftlichen Gender-Forschung auseinandersetzen und andererseits eigene Analysen anfertigen. Disziplinäre Grenzen zwischen sog. »U-« und »E-Musik« werden hierbei bewusst über Bord geworfen: Wir befassen uns sowohl mit Beethoven als auch mit Lady Gaga, sowohl mit Oper als auch mit Heavy Metal, sowohl mit Musik auf der Konzertbühne als auch mit Musik im Videospiel.