Dass es sich bei dem Buch, das Sigmund Freud 1899 in den Druck gegeben hat – sein Titel: DieTraumdeutung – um einen großen Wurf handeln würde, hatte sein Autor gehofft und es, entgegen seines früheren Erscheinens, kühn auf das Jahr 1900 vordatiert. Im Seminar wollen wir uns dieser ersten umfassenderen Darlegung von Freuds Entdeckung des ‚Unbewussten‘ nähern, wollen uns gemeinsam und mit Zeit ein paar Schneisen durch dieses teils wirklich überraschend unterhaltsame Buch schlagen – und vor allem lesen. Wir werden dabei nicht nur allerhand Träumen Freuds und den Versuchen ihrer Auslegung begegnen, sondern auch Ansichten auf Sprache, Welt und das menschliche Subjekt, die, tatsächlich, einiges am Selbstverständnis geändert haben; nicht nur zu Freuds Zeit, auch heute wird uns dies spürbar werden. Einige Seitenblicke auf spätere Anschlüsse an Freud (etwa von Jacques Derrida, Jacques Lacan, Roman Jakobson, Luce Irigaray oder Julia Kristeva) sollen auch nicht fehlen, aber wohl dosiert bleiben, sodass das Augenmerk klar auf einem intensiven (Erst?)Kontakt zu Freuds Traumdeutung liegt.

 

Zu erbringende Leistungen: eine Sitzungsverantwortung (90 min) und ein Rekapitulations-Input (5 min)