Das Seminar nähert sich aus unterschiedlichen Perspektiven der sogenannten ‚Gegenwartslyrik‘ an, die sich auch in den Arbeitsweisen und -formaten des Seminars widerspiegeln. Erstens werden wir ausgehend von der historischen Zäsur 1989/90 thematische Schwerpunkte wie die Reflexion naturwissenschaftlicher Wissensbestände oder neue Präsentationsformate wie der Poetry Slam in den Blick nehmen, zweitens stilprägende Lyriker*innen wie Friederike Mayröcker oder Oskar Pastior, aber auch Thomas Kling, Durs Grünbein, Marcel Beyer, Monika Rinck und Marion Poschmann sowie jüngere Lyriker*innen wie Jan Wagner, Steffen Popp, Nora Gomringer oder Nora Bossong kennenlernen, drittens die Funktionen und Bedeutung von Anthologien (Gedichtsammlungen) wie „Das verlorene Alphabet“ (1998), „Der gelbe Akrobat“ (2009) oder „all dies hier, Majestät, ist deins: Lyrik im Anthropozän“ (2016) und die Bedeutung von Preisen wie der Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik für das literarische Feld diskutieren. Im Rahmen des Seminars werden wir nicht nur gemeinsam Gedichte und ihre Publikations- und Rezeptionskontexte analysieren sowie auf thematische und formale Überschneidungen eingehen, sondern auch einen praxisnahen Zugang zur Gegenwartslyrik einüben, indem wir gemeinsam (je nach Angebot und Möglichkeiten) ein Poesiefestival, einen Poetry Slam oder einen Berliner Lyrikverlag besuchen werden.