Gottfried Keller gehört neben Theodor Fontane oder Adalbert Stifter zu den Klassikern der realistisch schreibenden Schriftsteller*innen des 19. Jahrhunderts. Novellen wie „Kleider machen Leute“ und „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ sind bis heute gängige Schullektüre und werden, wie der internationale Kongress „Welt wollen. Gottfried Kellers Moderne“ im Frühjahr 2019 anlässlich des 200. Geburtstages des Schriftstellers gezeigt hat, auch in der Forschung nach wie vor neu analysiert und interpretiert. Das Seminar konzentriert sich neben den oben genannten Novellen aus der Novellensammlung „Die Leute von Seldwyla“ (1856/74) auf die beiden Novellenzyklen „Züricher Novellen“ (1878) und „Das Sinngedicht“ (1881), deren Vorworte und Rahmenerzählungen sowie einzelne Novellen erzähltextanalytisch erschlossen und mit Blick auf historische, soziale und mediale Kontext sowie im Hinblick auf gattungspoetologische Fragen interpretiert werden.
Die Seminarteilnehmer*innen verfügen, so die Lernziele des Seminars, am Ende des Semesters über fundierte Kenntnisse der Erzähltextanalyse und über ein Überblickswissen hinsichtlich der Gattung der Novelle in der Epoche des Realismus und insbesondere in Kellers Œuvre. Das Seminar kann in Verbindung mit den thematisch darauf abgestimmten fachdidaktischen Veranstaltungen von Prof. Dr. Martin Leubner besucht werden.